Helga Buddendiek
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Lerntherapie in Mainz

 

Weshalb wurden bei meinem Kind die Rechtschreibprobleme erst in der weiterführenden Schule erkannt?

Sicherlich ist es sinnvoll, eine Lerntherapie so früh wie möglich zu beginnen. Da eine Diagnose aber auf vielen verschiedenen Faktoren beruht, wird eine Lese-/Rechtschreibschwäche manchmal erst in der Orientierungsstufe, der Sekundarstufe 1 oder sogar erst in der Oberstufe deutlich. 
Häufig werden Probleme beim Übergang in die weiterführende Schule sichtbar. Die Lerndefizite sind zwar meist auch in den ersten Schuljahren vorhanden, viele Kinder können sie aber ausgleichen oder kaschieren, z.B. durch Auswendiglernen von Wörtern oder kleinen Texten.

Spätestens nach dem Schulwechsel zu Beginn der 5. Klasse – wenn ungeübte Diktate geschrieben werden - wird das Problem offenkundig.
Denn grundsätzliche Fähigkeiten im Lesen und Schreiben, die jetzt noch nicht angelegt sind, werden in der weiterführenden Schule nicht mehr vermittelt. Das Lesen wird nicht mehr erlernt, stattdessen ist Lesen nun eine Grundvoraussetzung, um sich andere Lerninhalte anzueignen. Spätestens jetzt wird deutlich, dass sich die Lernschwierigkeiten auch auf andere Fächer ausweiten können.

Wie bei Grundschulkindern muss auch bei älteren Kindern und Jugendlichen eine genaue Lernstandsanalyse durchgeführt werden, um ein individuelles Förderkonzept erstellen zu können.
Häufig erzielen ältere Schüler gute Lernerfolge, da Lernprobleme systematisch mit Lese-/Rechtschreibstrategien in Angriff genommen werden können.